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Habe Mut - Du schaffst es ganz sicher ...
 
Habe Mut – Du schaffst es ganz sicher auch...
 
Heinz M. war von Kindheit an das, was im Volksmund gern als „Pechvogel“ bezeichnet wird.
 
Er stotterte, war schüchtern, traute sich nichts zu, schon als Kind „genoss“ er das Mitleid der gesamten Umgebung.
 
In der Schule wiederholte er zwei Klassen, bekam gerade den Hauptschulabschluss, für eine Lehre reichte es nicht, Heinz wurde Helfer am Bau.
 
Mit 20 lernte er seine erste Freundin kennen, die er heirate, mit ihr ein Kind bekam. Nach drei Jahren wurde die Ehe geschieden, die Mutter zog mit dem Kind 300 Km weit nach Süden, der Kontakt zum Kind – das Heinz sehr liebte – war erst unterbrochen, dann fast völlig abgebrochen.
 
Für Heinz schien das Leben nichts zu bieten, der Weg zum Alkohol nur eine Frage der Zeit.
 
Mit 28 stellten Ärzte die Diagnose Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium, unheilbar mit einer Lebenserwartung von höchstens einem Jahr.
 
Heinz war ein begeisterter Handballfan. Und weil er regelmäßig zu allen Spielen kam, lernte er auch den Trainer kennen, der Heinz irgendwie mochte.
 
Als Herbert H. vom Schicksal von Heinz M. erfuhr, machte er sich eines Tages mit zwei Spielern der Mannschaft auf den Weg ins Krankenhaus, um Heinz etwas „aufzubauen“, wie er es ausdrückte.
 
Nur 5 Minuten lang hörte Herbert H. dem Jammern und Klagen von Heinz zu, dann unterbrach er ihn energisch und sagte bestimmt:
 
„Heinz, du hast jetzt zwei Möglichkeiten, entweder du jammerst weiter und ich gehe, oder du hörst auf zu jammern und ich bleibe.
 
Die beiden Spieler grinsten, denn sie kannten diese direkte, aber überaus erfolgreiche Art von ihrem Trainer, ein leidenschaftlicher Anhänger einer besonderen Form von „Großmachen“, wie Herbert es zu sagen pflegte. Herbert konnte sich nicht mehr vorstellen, dass heute eine erfolgreiche Handball-Mannschaft ohne
 
Mentaltraining
 
auskommen könnte.
 
„Spiele – liebe Leute – werden im KOPF gewonnen“, war ein oft zu hörender Satz beim Training.“
 
„Erst müsst ihr ein Bild und ein Gefühl für den Sieg haben, dann könnt ihr siegen“, war ein weiterer Standard-Spruch des Trainers.
 
Und als ob dies nicht reichen könnte, legte Herbert oft noch nach:
 
Meisterkannst du nicht werden, Meister musst du schon sein“, erklärte er seinen Spielern das System seines Erfolgs.
 
Zugegeben, viele Spieler verstanden damals nicht, was Herbert meinte....
 
Wie soll ich etwas zuerst sein können, was ich erst noch werden will, dachten einige Spieler, trauten sich aber nicht weiter nachzufragen.
Für Herbert war das „sonnenklar“, darum hatte er wohl auch – bisher – vergessen, das zu erklären, bis heute, als das Gespräch mit Heinz war, da verstanden zumindest die beiden Spieler, die mit zu Heinz gekommen waren und es fiel ihnen wie „Schuppen von den Augen“.
 
Heinz wollte unter allen Umständen, dass Spieler und Trainer noch eine Weile blieben und sagte zu, aufzuhören mit dem Jammern.
 
Heinz wunderte besonders, dass Herbert der erste Besucher war, der sich überhaupt nicht für seine Krankheit zu interessieren schien. Dabei war es doch nicht alltäglich, dass man einem Schwerstkranken trifft.
 
Dass Herbert über die Mannschaftsentwicklung der nächst drei Jahre sprach, war für Spieler Eddy dann doch etwas zu makaber und er stieß Herbert an, der sich jedoch davon nicht beeindrucken ließ und über den Aufstieg in die 2. Bundesliga zwei Jahre später begeistert erzählte, ganz so, als sei man bereits aufgestiegen.
 
Irgendwann fügte Heinz verschüchtert ein: „Das wäre zu schön gewesen, wenn ich das auch noch erlebt hätte, aber meine Ärzte sagen ....maximal noch ein Jahr....“
 
Herbert ließ sich auch davon nicht irritieren und warf unwirsch ein: „Und die Erde ist ne Scheibe“.
 
Für Heinz wurde es jetzt zuviel, schüchtern fragte er Herbert: „Sie können sich wohl überhaupt nicht vorstellen, wie mir zumute ist, welche Sorgen ich mir mache, ich bin froh, dass sich die Ärzte so nett um mich kümmern. Und erstmals, er wunderte sich selbst ein wenig über seinen Mut, wurde er sogar leicht wütend und fuhr Herbert an: “Ich wünschte Sie wären auch einmal in einer solchen Lage, dann wüssten Sie wenigsten, wie mir zumute ist“.
 
Herbert blieb ganz gelassen, setzte aber sein bekanntes Grinsen auf und stellte nur fest: „In einer solchen Lage wäre ich nie, für mich einfach undenkbar“.
 
Auch das „aber“ von Heinz ließ er nicht gelten und sagte im überzeugenden Ton: „Dass du wütend werden kannst, Herbert, diese Nummer hätte ich dir nie zugetraut, mach einfach mehr davon, los los, werde noch mehr wütend“.
 
Und da Heinz sich dafür – zu seiner Überraschung – nicht weiter anstrengen musste, wurde aus seiner Wut bald richtiger Zorn.
 
Auf alles war Heinz gefasst, aber nicht auf eine solche Frage, die Herbert jetzt stellte: „Und, Heinz, wie fühlst du dich jetzt?“
 
„Irgendwie besser“, ich könnte jetzt glatt Handball spielen....
 
Alle mussten lachen. Zum Abschluss erklärte Herbert, was er gemacht habe und was bei Heinz das plötzlich gute Gefühl ausgelöst habe. Heinz versprach sich an den Rat von Herbert zu halten, ein ganz einfacher, aber höchst wirkungsvoller Satz:
 
Jeder Gedanke ist gut, der Erleichterung verschafft ...
 
In der Folgezeit telefonierten Herbert und Heinz täglich längere Zeit. Stets achtete Herbert darauf, dass Heinz nur noch positiv formulierte und nie mehr über Krankheit, sondern über Gesundheit sprach.
 
Herbert erklärte das wie folgt:
 
Wir ziehen das an, woran wir denken ...
 
Denken wir an Gesundheit, ziehen wir eben Gesundheit an, denken wir über ...... na, du weißt schon ...
 
Und weil das Heinz gut tat, gewöhnte er sich zunehmend daran, den Hinweisen von Herbert zu folgen.
 
Er durfte inzwischen sogar am Training der Mannschaft teilnehmen und saß bei den Spielen mit auf der Trainerbank.
 
Eine Frage wollte Heinz aber noch stellen, die mit dem;
 
Du musst es sein – bevor du es werden kannst
 
„Heißt das für mich etwa, dass ich erst gesund sein muss, bevor ich es werden kann“, fragte er eines Tages den Trainer.
 
Natürlich nicht, das wäre ja komisch. Aber irgendwie doch, lass mich es so erklären:
 
Unser Unterbewusstsein unterscheidet nicht zwischen „Wirklichkeit“ und „Spiel“, es muss einfach überzeugt werden, dass etwas so ist.
 
Also bei dir wäre das so, dass du dich gesund fühlen musst, so tun musst, als wärestdu gesund und dich genau so verhalten musst, wie ein Gesunder das halt tut.
 
Ein Gesunder würde nie z.B. über seine Krankheit reden, also höre auf darüber zu reden, mit jedem, auch mit deinen Ärzten.
 
Ein Gesunder würde sich Ziele setzen, das Leben genießen und dem Leben ständig neue Inhalte geben.
 
Achte einmal darauf, die Menschen machen es meist umgekehrt und das ist dann die große Falle, in die sie treten....
 
Und ich will mit unserer Mannschaft den Aufstieg schaffen, und deshalb tun wir nichts anderes, denken nichts anderes – als ob wir bereits aufgestiegen wären.
 
Lass dich auch nicht davon irritieren, wenn du als „Spinner“ abgetan wirst, man dir sagt, aber verkenne doch nicht die Realität, also gegenteilige Ratschläge gibt.
 
Stimmt irgendwie, sagte Heinz, denn seit ich beschlossen habe, dein Co-Trainer zu werden, geht es täglich mit mir bergauf.
 
Beide lachten, als sie als Trainerteam fünf Jahre später den Aufstieg in die 2.Bundesliga schafften.
 
Beim Festakt des Vereins, stieß Herbert Heinz an und sagte: Hey, was ich schon immer mal fragen wollte, warum stotterst du eigentlich nicht mehr.
 
Dazu hatte ich einfach keine Zeit mehr, war die lakonische Antwort von Heinz, der inzwischen nicht nur in einer glücklichen Partnerschaft lebt, dessen Sohn inzwischen bei ihm wohnt, der das Leben genießt und viel Freude daran hat.
 
Er gründete inzwischen zusammen mit Herbert und einigen Spielern der Mannschaft einen Verein, dessen Aufgabe es ist, Menschen in scheinbar ausweglosen Lebenssituationen Mut zu machen.
 
Beide wussten, wovon sie redeten, denn ganz früher, so „beichtete“ Herbert, war ich von Drogen abhängig. Gut, dass es damals Günter gab, ein Mensch, der an mich glaubte.
 
Dessen Lebensweisheit habe ich mir gut eingeprägt, er sagte immer knapp aber bestimmt: Herbert denke immer daran,
 
Jeder hat das Potenzial zu einem LebensStar ... auch Du!